Von:
Friedrich Weber

e-suende.de

Wir kennen die „Verkehrssünder“, die „Alkoholsünder“, die „Steuersünder“. In vielen Zusammenhängen ist uns das Wort „Sünde“ bis auf den heutigen Tag vertraut. Auch wenn es ein sehr altes Wort ist, das der kirchlichen Tradition und der christlichen Theologie entstammt. Meistens verwenden wir es, wenn wir ein moralisches Fehlverhalten von Menschen meinen. So ist „Sünde“ zu einem Allerweltsbegriff geworden, ohne tieferen Sinn.

Eigentlich aber hat dieses Wort einen tieferen Sinn. Denn es bezeichnet nach evangelischem Verständnis mehr als nur einzelne Fehltritte. Es beschreibt in grundsätzlicher Weise das Leben ohne Gott, die „Gott-Losigkeit“ des Menschen. Wer von Gott getrennt lebt, der lebt in der Sünde, abgesondert von seinem Schöpfer, bisweilen sogar in bewusster Auflehnung gegen ihn.

Davon erzählt die Geschichte vom „Sündenfall“ am Anfang der Bibel. Obwohl Gott es ihnen verboten hatte, greifen Adam und Eva nach den Früchten am Baum der Erkenntnis. Sie wollen sein wie Gott und überschreiten damit die ihnen gesetzte Grenze. Es gibt viele Beispiele, welche Folgen es hat, wenn Menschen grenzenlos werden und Gott spielen: Unmenschlichkeit und Gewalt, Tod und Zerstörung.

Die Bibel sagt aber auch, dass die Sünde nicht das letzte Wort über das Leben der Menschen behalten muss. Im Gegenteil, die biblische Botschaft handelt im Kern von der Treue und Liebe Gottes. Auch wenn sich die Menschen von Gott abwenden, geht er ihnen nach, um sie wieder mit sich selbst zu versöhnen. Dazu ist er in Jesus Christus Mensch geworden. Wer an diesen Jesus glaubt, lebt in einer erneuerten Gemeinschaft mit Gott und hat die Sünde hinter sich gelassen.

Dadurch kann er übrigens auch zu einem Segen für alle anderen Menschen werden. Denn Unmenschlichkeit und Gewalt, Tod und Zerstörung gehören dann nicht mehr zu seinem Handwerkszeug.